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Die Geträumten

The Dreamed Ones

[[en]]( Austria 2016, 89 min / German / Subtitles: English )[[de]]( Österreich 2016, 89 min / Deutsch / Untertitel: Englisch )

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The Dreamed Ones

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[[en]]The correspondence between Ingeborg Bachmann and Paul Celan is at the foundation of this hybrid between fiction and documentary film. Two young actors, Anja Plaschg and Laurence Rupp, meet in a sound studio to read from the letters. As they read, they become overwhelmed by feelings of fascination and fear, proximity and distance, intoxication and loss. However, they also find pleasure in each other’s company as they talk about music and tattoo’s during their smoke breaks. Whether it’s yesterday’s or tomorrow’s love, whether it’s staged or documentary: the heart of this film lies precisely where those lines are blurred.[[de]]Der Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan bildet die Textgrundlage dieses Hybrids aus Spiel- und Dokumentarfilm. Zwei junge Schauspieler, Anja Plaschg und Laurence Rupp, treffen sich in einem Tonstudio, um daraus zu lesen. Die Gefühle von Rausch und Verlustangst, Entzücken und Erschrecken, Nähe und Fremdheit gehen auf die Schauspieler über. Aber sie amüsieren sich auch, streiten, rauchen, reden über Tattoos und Musik. Ob die Liebe damals oder die Liebe heute, ob Inszenierung oder Dokumentation: Wo die Ebenen verschwimmen, schlägt das Herz des Films.

[[en]]PRESS[[de]]PRESSE

Beckermann hat ihr „Dokumentarfilmglück“ sofort erkannt und ist ihm gefolgt. Das hat für sie einen radikalen Schritt bedeutet, nämlich ihre Autorenschaft, die in einem essayistischen Kontext klar zutage getreten wäre, zu suspendieren und teilweise an ihre Schauspieler zu delegieren.

( Sylvia Szely, StadtkinoZeitung )

Beckermann immediatly recognized her “documentary luck” and followed it, resulting in a radical step forward for her, namely, that of relinquishing her role as author, which in an essayistic context would clearly have come to light, and delegating that role largely to her actors. 

( Sylvia Szely, StadtkinoZeitung )

Beckermann hat ihr „Dokumentarfilmglück“ sofort erkannt und ist ihm gefolgt. Das hat für sie einen radikalen Schritt bedeutet, nämlich ihre Autorenschaft, die in einem essayistischen Kontext klar zutage getreten wäre, zu suspendieren und teilweise an ihre Schauspieler zu delegieren.

( Sylvia Szely, StadtkinoZeitung )

Beckermann immediatly recognized her “documentary luck” and followed it, resulting in a radical step forward for her, namely, that of relinquishing her role as author, which in an essayistic context would clearly have come to light, and delegating that role largely to her actors. 

( Sylvia Szely, StadtkinoZeitung )

Beckermann versteht diesen Film selbst als Spielfilm. Auch die Rauchpausen der Sprecher zwischen den Tonaufnahmen (auf der Außentreppe zum Tonstudio) sind geplant, wenn auch nicht, was Plaschg und Rupp sagen und wie sie sich verhalten.

(Peter Kremski, Filmbulletin)

Beckermann herself conceives the film as a feature film. The actors’ smoke-breaks between recordings on the outside steps of the sound studio are also staged, even if what Plaschg und Rupp say and how they act, is not.

(Peter Kremski, Filmbulletin)

Beckermann hat ihr „Dokumentarfilmglück“ sofort erkannt und ist ihm gefolgt. Das hat für sie einen radikalen Schritt bedeutet, nämlich ihre Autorenschaft, die in einem essayistischen Kontext klar zutage getreten wäre, zu suspendieren und teilweise an ihre Schauspieler zu delegieren.

( Sylvia Szely, StadtkinoZeitung )

Beckermann immediatly recognized her “documentary luck” and followed it, resulting in a radical step forward for her, namely, that of relinquishing her role as author, which in an essayistic context would clearly have come to light, and delegating that role largely to her actors. 

( Sylvia Szely, StadtkinoZeitung )

Beckermann versteht diesen Film selbst als Spielfilm. Auch die Rauchpausen der Sprecher zwischen den Tonaufnahmen (auf der Außentreppe zum Tonstudio) sind geplant, wenn auch nicht, was Plaschg und Rupp sagen und wie sie sich verhalten.

(Peter Kremski, Filmbulletin)

Beckermann herself conceives the film as a feature film. The actors’ smoke-breaks between recordings on the outside steps of the sound studio are also staged, even if what Plaschg und Rupp say and how they act, is not.

(Peter Kremski, Filmbulletin)

Das Funkhaus als Drehort stellt sich als eine fruchtbare Kapsel heraus. Der innere Raum, der dort entsteht, lässt einen mit den Charakteren vertraut werden.

(Luzia Johow, Uncut)

The broadcasting studio as a shooting location reveals itself to be a fruitful capsule, creating an inner space that allows one to become intimately close with the characters.

(Luzia Johow, Uncut)

Beckermann hat ihr „Dokumentarfilmglück“ sofort erkannt und ist ihm gefolgt. Das hat für sie einen radikalen Schritt bedeutet, nämlich ihre Autorenschaft, die in einem essayistischen Kontext klar zutage getreten wäre, zu suspendieren und teilweise an ihre Schauspieler zu delegieren.

( Sylvia Szely, StadtkinoZeitung )

Beckermann immediatly recognized her “documentary luck” and followed it, resulting in a radical step forward for her, namely, that of relinquishing her role as author, which in an essayistic context would clearly have come to light, and delegating that role largely to her actors. 

( Sylvia Szely, StadtkinoZeitung )

Beckermann versteht diesen Film selbst als Spielfilm. Auch die Rauchpausen der Sprecher zwischen den Tonaufnahmen (auf der Außentreppe zum Tonstudio) sind geplant, wenn auch nicht, was Plaschg und Rupp sagen und wie sie sich verhalten.

(Peter Kremski, Filmbulletin)

Beckermann herself conceives the film as a feature film. The actors’ smoke-breaks between recordings on the outside steps of the sound studio are also staged, even if what Plaschg und Rupp say and how they act, is not.

(Peter Kremski, Filmbulletin)

Das Funkhaus als Drehort stellt sich als eine fruchtbare Kapsel heraus. Der innere Raum, der dort entsteht, lässt einen mit den Charakteren vertraut werden.

(Luzia Johow, Uncut)

The broadcasting studio as a shooting location reveals itself to be a fruitful capsule, creating an inner space that allows one to become intimately close with the characters.

(Luzia Johow, Uncut)

Wenn Plaschg und Rupp auf dem Boden liegen und über Kopfhörer James Brown aus dem Jahr 1967 hören, scheinen ihre Körperbewegungen auf merkwürdig stimmige Weise dem Duktus des Briefwechsels zu folgen.

(Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung)

When Plaschg and Rupp are lying on the floor listening over headphones to James Brown from 1967, it’s as if the movements of their bodies were following the cadences of the correspondence in a strangely harmonious way. 

(Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung)

[[en]]GUEST COMMENTARY[[de]]GASTKOMMENTARE

Jasmin Drescher

Beckermanns Versuchsanordnung ist so bestechend einfach,
dass man sich zu Anfang fragt, ob das auszureichen vermag: zwei junge Menschen im Funkhaus Wien, vor großen Mikrofonen, allein mit einer Auswahl von Texten, die in einer Zeitspanne von fast zwei Jahrzehnten entstanden sind. Ein letzter Brief Celans datiert auf das Jahr 1967. Sie illustrieren das Bemühen der beiden Künstler
und Liebenden um Verstehen, den Kampf um Nähe, deren Verlust, die phasenweise Entfremdung – die Wiederannäherung.

Schnell zeigt sich, dass es gerade diese reduzierte Art der Präsentation ist, die die Wirkung der Texte zur Entfaltung bringt.
Wie Laurence Rupps Gesicht vor Freude über einen angekündigten Besuch erstrahlt. Wie Anja Plaschgs Augen sich plötzlich verdunkeln, weil das Gesagte zu tief empfunden wird. Wie sie sanft, aber bestimmt, die Aufnahme unterbricht: „Jetzt Schluss, bitte.“ (...)

In den Pausen sitzen Plaschg und Rupp auf einer Treppenstufe, rauchen eine Selbstgedrehte. Wie sehr sie das eben Gesprochene beschäftigt, lässt sich oft eher an beiläufig wirkenden Gesten,
an flüchtigen mimischen Ausdrücken, an dem, was ungesagt bleibt, ablesen. So weit weg die Zeit sein mag, in der der Postbote noch zweimal am Tag kam, so zeitlos sind die Empfindungen,
mit denen sich die beiden Interpreten auseinanderzusetzen haben: die Ungeduld im Warten auf eine Antwort. Die Frustration, immer noch ohne Antwort zu sein. Der Groll, weil sich in der Antwort nicht das Erwünschte findet.

Jasmin Drescher

Beckermann’s experimental set-up is so captivatingly simple that at first one wonders if it’s enough to pull off: two young people in Vienna’s broadcasting studio in front of two large microphones alone with a selection of texts written over a period of almost two decades. A final letter from Celan dated 1967. They illustrate on both artists’ and lovers’ part the effort to understand one another, their struggle for closeness and its loss, their slow estrangement – their reconciliation. 


It’s soon apparent that it is precisely Beckermann’s stripped-down presentation that allow the texts to unfold and achieve their full effect. How Laurence Rupp’s face lights up with joy over an announced visit. How Anja Plaschg’s eyes suddenly darken, because what is said is felt too deeply. How gently, yet firmly the recording breaks off: “Now stop, please.” (…)


During the breaks, Plaschg and Rupp sit on the steps and smoke self-rolled cigarettes. How much of what they’ve just said preoccupies them is revealed more by their seemingly casual gestures, their fleeting facial expressions, in that which is left unsaid. Though the time when the mailman would come by twice a day is long gone, the feeling the two reporters confront remain timeless: the impatience in waiting for a response. The frustration of still being without an answer. The resentment over the undesired answer. 

Die Geträumten

Team

©
Michael Obex
Ruth Beckermann
[[en]]Book and Direction[[de]]Buch und Regie
©
Ina Hartwig
[[en]]Co-author[[de]]Co-Autorin
©
maria kracikova
Johannes Hammel
[[en]]Camera[[de]]Kamera
©
Dieter Pichler
Montage

Buch und Regie Ruth Beckermann und Ina Hartwig Regie Ruth Beckermann Kamera Johannes Hammel Montage Dieter Pichler Ton Georg Misch Casting Lisa Oláh Maske Susanne Weichesmiller Ausstattung Andreas Donhauser, Luisa Wammes Produktionsleitung Hanne Lassl Dramaturgie Bernadette Weigel Schnittberatung Gertraud Luschützky Tonbearbeitung Gerhard Daurer, Andreas Pils Mischung Bernhard Maisch Studio-Ton Georg Mittermayr Licht Bernhard Rybar Grading Kurt Hennrich Grafik Thomas Gabriel Animation David Pedro-Suarez Filmgeschäftsführung Susanna Harrer Produktion Ruth Beckermann

Book and directionRuth Beckermann und Ina Hartwig Director Ruth Beckermann Camera Johannes Hammel Montage Dieter Pichler Ton Georg Misch Casting Lisa Oláh Makeup Susanne Weichesmiller Equipment Andreas Donhauser, Luisa Wammes Production Management Hanne Lassl Dramaturgy Bernadette Weigel Editing consulting Gertraud Luschützky Sound editing Gerhard Daurer, Andreas Pils Mixing Bernhard Maisch Studio-sound Georg Mittermayr Light Bernhard Rybar Grading Kurt Hennrich Graphic design Thomas Gabriel Animation David Pedro-Suarez Film Management Susanna Harrer Production Ruth Beckermann

[[en]]Prizes & Festivals[[de]]Preise & Festivals

Berlinale
Forum

Berlin 2016

Cinéma du Réel

Paris 2016 / SCAM International Award

Diagonale

Graz 2016 / Bester österr. Spielfilm

Filmmakers Festival

Mailand 2016 / Hauptpreis Concorso Internazionale

Berlinale
Forum

Berlin 2016

Cinéma du Réel

Paris 2016 / SCAM International Award

Diagonale

Graz 2016 / Best Feature Film

Filmmakers Festival

Milan 2016 / Main Award Concorso Internazionale

[[en]]FROM THE DIRECTOR[[de]]VON DER REGISSEURIN

Ruth Beckermann

Alles ist immer auch das Gegenteil.

Die Medien erzählen uns gerne, dass wir in einer Zeit der Vergletscherung der Gefühle, der Vereinsamung im Internetsupermarkt der Liebespartner leben. Gleichzeitig steigt das Bedürfnis nach Auseinandersetzung mit authentischen Erlebnissen und Gefühlen. Die klassischen Liebesgeschichten haben nichts an Aktualität eingebüßt. Ingeborg Bachmann und
Paul Celan gehören in die Reihe großer, moderner Liebender. Ihre Liebe ist einzigartig, sie steht aber auch paradigmatisch für die Möglichkeit und Unmöglichkeit einer Begegnung nach der Katastrophe des Krieges und der Vernichtung.

Die wohl wichtigsten deutschsprachigen Dichter der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ringen
um jene Fragen, die auch ich mir immer wieder gestellt habe: Was bedeutet Liebe in unserer modernen bzw. postmodernen Zeit? Wie viele Generationen weit reicht die Zerstörung von Empathie und Vertrauen durch die NS-Ideologie in deren Kernländern Deutschland und Österreich? Sind Leben und Kunst vereinbar?

Everything is also the opposite.


The media likes to tell us that we are living in a time of hardened feelings, of isolation within a kind of internet supermarket for romantic partners. At the same time, there is an increasing desire for authentic experiences and feelings. The classic love stories have lost nothing of their relevance. Ingeborg Bachmann and Paul Celan belong to a long line of great, modern lovers. Their love is both unique and paradigmatic of the possibility and impossibility of a romantic encounter after the catastrophe of the war. 


Possibly two of the most important German-speaking writers of the second half of the 20th century concerned themselves with the same questions that I still ask myself: Was does love mean in our post-modern age? How many generations back does the destruction of empathy and trust by Nazi ideology reach in its core countries of Germany and Austria. Are life and art compatible? 

Ruth Beckermann

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