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Ein flüchtiger Zug nach dem Orient

( Österreich 1999, 82 min / Deutsch / UNTERTITEL: Englisch )

Ein flüchtiger Zug nach dem Orient

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Ein flüchtiger Zug nach dem Orient

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Ein Essayfilm über die Versuche Elisabeths, Kaiserin von Österreich, aus dem Bild zu verschwinden. Ein Film über Orientalismus und über weibliches Reisen. Ein in Ägypten gedrehter Kamerafilm mit einem Text der Autorin und Musik des Kronos-Quartetts. Die Kamera schlüpft in die Rolle einer Flaneurin, die sich, ohne ihr Ziel aus den Augen zu verlieren, dem Gewühl der Straßen überlässt und den Details des Alltags mehr Schaulust abgewinnt als den großen Monumenten.

PRESSE

Was bleibt, sind Fahrten und Licht und die Erinnerung an eine Offenheit und Reiselust als Haltung.

(Annett Busch, kolik film)

Was bleibt, sind Fahrten und Licht und die Erinnerung an eine Offenheit und Reiselust als Haltung.

(Annett Busch, kolik film)

Ein Anti-Heimatfilm. Beckermann begriff diese Auflösung eines festen Bildes der Elisabeth als Chance, sich ihr durch Orte zu nähern, an denen sie Spuren ihres Verschwindens hinterlassen hat. Dieses Sichtbarmachen des Verschwindens zog sich schon immer leitmotivisch durch die Arbeiten der Autorin und Filmerin.

(Horst Christoph, profil)

Was bleibt, sind Fahrten und Licht und die Erinnerung an eine Offenheit und Reiselust als Haltung.

(Annett Busch, kolik film)

Ein Anti-Heimatfilm. Beckermann begriff diese Auflösung eines festen Bildes der Elisabeth als Chance, sich ihr durch Orte zu nähern, an denen sie Spuren ihres Verschwindens hinterlassen hat. Dieses Sichtbarmachen des Verschwindens zog sich schon immer leitmotivisch durch die Arbeiten der Autorin und Filmerin.

(Horst Christoph, profil)

Beckermann denkt über verbotene und offizielle, gefälschte und echte Bilder nach und variiert die Frage nach den Grenzen des mit filmischen Mitteln Darstellbaren mit großer Lust am Ornamentalen und Dekorativen.

(Stefan Grissemann, 1999)

Was bleibt, sind Fahrten und Licht und die Erinnerung an eine Offenheit und Reiselust als Haltung.

(Annett Busch, kolik film)

Ein Anti-Heimatfilm. Beckermann begriff diese Auflösung eines festen Bildes der Elisabeth als Chance, sich ihr durch Orte zu nähern, an denen sie Spuren ihres Verschwindens hinterlassen hat. Dieses Sichtbarmachen des Verschwindens zog sich schon immer leitmotivisch durch die Arbeiten der Autorin und Filmerin.

(Horst Christoph, profil)

Beckermann denkt über verbotene und offizielle, gefälschte und echte Bilder nach und variiert die Frage nach den Grenzen des mit filmischen Mitteln Darstellbaren mit großer Lust am Ornamentalen und Dekorativen.

(Stefan Grissemann, 1999)

GASTKOMMENTARE

Vrääth Öhner

„Wir reisen, soviel ich weiß, nicht zu unserem Vergnügen. Wir sind blöd, aber so blöd sind wir nun doch wieder nicht.“ Die Bemerkung stammt zwar von Samuel Beckett, aber Kaiserin Elisabeth von Österreich bzw. auch Ruth Beckermann hätten ihr wohl zugestimmt. Man darf sich in dieser Frage keiner Illusion hingeben: Das Konzept der Bildungsreise verschwindet mit dem 19. Jahrhundert. Seither geht es beim Reisen eher darum, Altes wenigstens zeitweilig hinter sich zu lassen. Reisen heißt immer auch, vor etwas auf der Flucht sein, das man nicht loswerden wird.

Auf der Flucht war Sissi vor dem Drängen des Gatten, den repräsentativen Pflichten einer Monarchinnen-Existenz, der Geheimpolizei, den Schaulustigen. Auf der Flucht aber war sie auch vor dem Bild, das sie sich selbst und das erst recht die anderen sich von ihr machten. Ab ihrem 31. Lebensjahr gibt es kein Foto mehr von ihr. Ein Entzug an öffentlicher Sichtbarkeit, der ihren Mythos begründen hilft.

„Wie wird man zum Mythos?“ fragt Beckermann im Film. „Entweder jung sterben oder aus dem Bild verschwinden und weiterleben.“ Ein flüchtiger Zug nach dem Orient will aber weder die bloße Rekonstruktion einer kaiserlichen Reiselaune noch die Dekonstruktion eines habsburgischen Mythos betreiben. (…)

Genau genommen unternimmt Beckermanns Kommentar die eigentliche Reise, er versucht, von den in Ägypten gefundenen Bildern wie von der Vergangenheit loszukommen, ohne beide gänzlich loszuwerden. Eine gelungene Geste der Befreiung. 

Ein flüchtiger Zug nach dem Orient

Team

©
Ruth Beckermann
Buch und Regie
©
Nurith Aviv
Kamera
©
Sophie Cadet
Kameraassistenz
©
Gertraud Luschützky
Schnitt

Ein Film von Ruth Beckermann Kamera Nurith Aviv, Sophie Cadet Ton Bruno Pisek Montage Gertraud Luschützky Komposition Bruno Pisek, Peter Ponger, Ernst Zettl Tonschnitt Johannes Konecny Mischung Hannes Eder Musik Kronos Quartett Produktionsleitung Gabriele Kranzelbinder Produktion Josef Aichholzer

Preise & Festivals

Viennale

Wien 1999

Berlinale Forum

Berlin 2000

Int. Film Festival

Karlovy Vary 2000

Int. Film Festival

Vancouver 2000

VON DER REGISSEURIN

Ruth Beckermann

Bis zu Ein flüchtiger Zug wollte ich eigentlich immer Filme gegen das Bild machen. Erst später ist mir klar geworden, dass ich von dem ausgehe, was zwischen den Bildern ist. Ich glaube, es hat sogar mit dem Bildverbot zu tun. Ich bin nicht religiös, aber diese ganze Tradition der Schriftkultur ist sehr tief bei mir verankert. Ich komme ja ursprünglich auch vom Schreiben – da kann man sich als Leser selber was dazu denken.

Wenn jemand etwas erzählt so wie Franz West in Wien retour, dann geht es mir darum, dass der Zuschauer sich das vorstellen kann und ich es nicht auch noch zeige. Also um eine ganz starke Reduktion: Was ist das Minimum, das ich dir geben kann, das ich dir zeigen kann und das einen Raum eröffnet, den du selber ergänzen kannst?

Das ist mir erst bei Ein flüchtiger Zug bewusst geworden, als ich es ganz radikal durchbrochen und fast das Gegenteil gemacht habe. Das heißt, ich bin – für mich nicht zufällig – nach Ägypten gegangen, in das Land der heidnischen Götter, aus dem man ausziehen musste, um zum Monotheismus zu gelangen. Das war der Schritt, sich in die Bilderlust hineinzuwerfen und wirklich Bilder zu machen. Genau das habe ich mir davor eigentlich versagt. Ich habe immer lang überlegt, was kann ich noch weglassen, wie kann ich es auf etwas ganz Stringentes reduzieren.

Ruth Beckermann

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