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Die papierene Brücke

Paper Bridge

[[en]]( Austria 1987, 95 min / German / Subtitles: German, English )[[de]]( Österreich 1987, 95 min / Deutsch / Untertitel: Deutsch, Englisch )

Die papierene Brücke

Paper Bridge

[[en]]( Austria 1987, 95 min / German / Subtitles: German, English )[[de]]( Österreich 1987, 95 min / Deutsch / Untertitel: Deutsch, Englisch )
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[[en]]Ruth Beckermann’s exploration of her own family past is both the story of the Central European Jews and a history of the region. Her journey takes her from Vienna, where her grandmother lived in hiding during the war amongst the Nazis by posing as a deaf-mute, to the landscapes of Eastern Europe, a place that witnessed the extermination of Jews and yet is still pervaded by the humor of the few remaining survivors. The homecoming ends on the streets of Vienna in the midst of Kurt Waldheim’s election campaign, where anti-Semitism once again reveals its ugly face.[[de]]Ruth Beckermanns Essayfilm über die eigene Familiengeschichte erzählt zugleich die Geschichte der mitteleuropäischen Juden und die Geschichte einer Region. Die Reise führt von Wien, wo die Großmutter den Krieg als U-Boot überlebte, indem sie sich stumm stellte, in die Landschaft Osteuropas, die von der Vernichtung der Juden und vom Humor der wenigen Überlebenden zeugt. Die Rückkehr endet auf den Straßen Wiens, wir befinden uns im Wahlkampfjahr Kurt Waldheims, wo der Antisemitismus erneut sein grässliches Antlitz zeigt.

[[en]]PRESS[[de]]PRESSE

Nein, das ist kein Dokumentarfilm, das ist ein lebendiges Werk, das die Filmkunst über ihre Gemeinsamkeiten mit der Poesie, der Erzählung, der Innenschau hinaushebt, indem es die subtilsten Ausdrucksmittel der Metapher und der Metonymie in den Dienst des Wunsches, zu bewahren, stellt.

(Hélène Cixous, 2006)

No, this is not a documentary film. This is a vital work that elevates the art of film beyond its similarities with poetry, narrative storytelling, and introspection by placing the most subtle means of conveying metaphor and metonymy in the service of the desire to preserve.

(Hélène Cixous, 2006)

Nein, das ist kein Dokumentarfilm, das ist ein lebendiges Werk, das die Filmkunst über ihre Gemeinsamkeiten mit der Poesie, der Erzählung, der Innenschau hinaushebt, indem es die subtilsten Ausdrucksmittel der Metapher und der Metonymie in den Dienst des Wunsches, zu bewahren, stellt.

(Hélène Cixous, 2006)

No, this is not a documentary film. This is a vital work that elevates the art of film beyond its similarities with poetry, narrative storytelling, and introspection by placing the most subtle means of conveying metaphor and metonymy in the service of the desire to preserve.

(Hélène Cixous, 2006)

Die papierene Brücke führt das Verhältnis zwischen Geschichte und Erinnerung vor, verweist auf den Akt (des Filmens), ohne ins Pornografische (der Selbstbespiegelung) abzugleiten, und kommentiert ganz nebenbei die Ereignisse des Jahres 1986. Der Film zeigt einige Minuten lang den Faschismus bei der Arbeit.


(Alexander Horwath,Falter)

A story such as you won’t find in any library of the world, nor field of study; the kind you are told and raised on by your parents, until the day arrives when you yourself embark on a journey of discovery to seek out the matching images to your own questions.

(Goschka Gawlik, Filmlogbuch)

Nein, das ist kein Dokumentarfilm, das ist ein lebendiges Werk, das die Filmkunst über ihre Gemeinsamkeiten mit der Poesie, der Erzählung, der Innenschau hinaushebt, indem es die subtilsten Ausdrucksmittel der Metapher und der Metonymie in den Dienst des Wunsches, zu bewahren, stellt.

(Hélène Cixous, 2006)

No, this is not a documentary film. This is a vital work that elevates the art of film beyond its similarities with poetry, narrative storytelling, and introspection by placing the most subtle means of conveying metaphor and metonymy in the service of the desire to preserve.

(Hélène Cixous, 2006)

Die papierene Brücke führt das Verhältnis zwischen Geschichte und Erinnerung vor, verweist auf den Akt (des Filmens), ohne ins Pornografische (der Selbstbespiegelung) abzugleiten, und kommentiert ganz nebenbei die Ereignisse des Jahres 1986. Der Film zeigt einige Minuten lang den Faschismus bei der Arbeit.


(Alexander Horwath,Falter)

A story such as you won’t find in any library of the world, nor field of study; the kind you are told and raised on by your parents, until the day arrives when you yourself embark on a journey of discovery to seek out the matching images to your own questions.

(Goschka Gawlik, Filmlogbuch)

Eine Geschichte, wie man sie in keiner Bibliothek der Welt und keiner Wissenschaft findet, die man von den Eltern hört und mit der man heranwächst, bis zu dem Tag, an dem man selbst eine Erkundungsreise antritt, um zu eigenen Fragen passende Bilder zu finden.

(Goschka Gawlik, Filmlogbuch)

Paper Bridge shows the relationship between history and memory, refers to the act (of filming), without sliding back into (the) pornography (of self-adulation), and comments along the way on the events of 1986. The film reveals, for a few minutes at a time, fascism at work. 

(Alexander Horwath,Falter)

Nein, das ist kein Dokumentarfilm, das ist ein lebendiges Werk, das die Filmkunst über ihre Gemeinsamkeiten mit der Poesie, der Erzählung, der Innenschau hinaushebt, indem es die subtilsten Ausdrucksmittel der Metapher und der Metonymie in den Dienst des Wunsches, zu bewahren, stellt.

(Hélène Cixous, 2006)

No, this is not a documentary film. This is a vital work that elevates the art of film beyond its similarities with poetry, narrative storytelling, and introspection by placing the most subtle means of conveying metaphor and metonymy in the service of the desire to preserve.

(Hélène Cixous, 2006)

Die papierene Brücke führt das Verhältnis zwischen Geschichte und Erinnerung vor, verweist auf den Akt (des Filmens), ohne ins Pornografische (der Selbstbespiegelung) abzugleiten, und kommentiert ganz nebenbei die Ereignisse des Jahres 1986. Der Film zeigt einige Minuten lang den Faschismus bei der Arbeit.


(Alexander Horwath,Falter)

A story such as you won’t find in any library of the world, nor field of study; the kind you are told and raised on by your parents, until the day arrives when you yourself embark on a journey of discovery to seek out the matching images to your own questions.

(Goschka Gawlik, Filmlogbuch)

Eine Geschichte, wie man sie in keiner Bibliothek der Welt und keiner Wissenschaft findet, die man von den Eltern hört und mit der man heranwächst, bis zu dem Tag, an dem man selbst eine Erkundungsreise antritt, um zu eigenen Fragen passende Bilder zu finden.

(Goschka Gawlik, Filmlogbuch)

Paper Bridge shows the relationship between history and memory, refers to the act (of filming), without sliding back into (the) pornography (of self-adulation), and comments along the way on the events of 1986. The film reveals, for a few minutes at a time, fascism at work. 

(Alexander Horwath,Falter)

[[en]]GUEST COMMENTARY[[de]]GASTKOMMENTARE

Elfriede Jelinek

Was ich toll finde an diesem Film, ist, dass er etwas versucht, was eigentlich nicht möglich ist, nämlich ein individuelles Schicksal darzustellen innerhalb eines Volkes, das eigentlich keines mehr haben dürfte, angesichts dieses Hintergrundes, dieser wahnsinnigen Masse an Toten. Im Grunde kann man über Juden nicht als Individuen sprechen, sofort ist dieser riesige Totenteppich da. Und dieser Film versucht sozusagen, aus diesem Zwang zur Entindividualisierung wieder Einzelschicksale herauszuholen. Ohne Sentimentalität und ohne sie immer als Opfer zu definieren.

Cristina Nord

Der Vater, ein Mann aus Czernowitz, schließt sich der Roten Armee an, der Mutter glückt es, als Teenager nach Palästina zu entkommen, anderen ist das Glück versagt, sie werden in die Konzentrations- und Vernichtungslager verschleppt. In diesem Sinne stellt Die papierene Brücke den Versuch dar, vergangene, von den Verwerfungen des zwanzigsten Jahrhunderts verursachte Bewegungen nachzuzeichnen. Fluchtrouten, Passagen, Orte, die Heimat waren und es längst nicht mehr sind.

So ist der Film eine Rekonstruktion, wenn auch eine, die sich ihrer eigenen Grenzen bewusst ist. Beckermann fahndet nach den letzten Spuren einer untergegangenen Welt, nach den Anteilen der Habsburgermonarchie, die tolerant, multireligiös und multikulturell waren, nach den Relikten jener Bukowina, in der Juden, Rumänen, Ruthenen, Deutsche und andere koexistieren konnten. Dieser Verlust löst noch Jahrzehnte später Phantomschmerzen aus.

Elfriede Jelinek

What I find great about this film is that it attempts the impossible, namely, to depict an individual’s fate within a people which, when confronted with the insane number of dead behind it, really shouldn’t have one anymore. Ultimately, one really can’t speak about Jewish people as individuals; the massive row of dead immediately rears its head. And this film attempts to retrieve out of this compulsion towards deindividualization an individual fate. Without sentimentality and without constantly defining them as a victim.

Cristina Nord

The father, a man from Chernivtsi, joins the Red Army; the mother manages to escape to Palestine. Others are denied such luck and end up deported to concentration- and extermination camps. In this sense, Paper Bridge is the attempt to retrace the movements of those dislocated by the twentieth century. Escape routes, passages, and places that were once home and have long ceased to be.

Thus, the film is a reconstruction, even if it is one that is aware of its own boundaries. Beckermann searches for the last traces of a bygone world, for those aspects of the Habsburg Monarchy that were tolerant, multireligious and multicultural, for the remains of a Bukovina, where Jews, Romanians, Ruthenians, Germans and others could coexist. Even decades later, such a loss still causes phantom pains.

Die papierene Brücke

Team

©
Ruth Beckermann
[[en]]Book and Direction[[de]]Buch und Regie
©
Nurith Aviv
[[en]]Camera[[de]]Kamera
©
Claire Bailly du Bois
[[en]]Camera asstistance[[de]]Kameraassistenz
©
Gertraud Luschützky
Montage

Buch und Regie Ruth Beckermann Kamera Nurith Aviv Kameraassistenz Claire Bailly du Bois Ton Josef Aichholzer, Reinhold Kaiser, Heinz Ebner Montage Gertraud Luschützky Textberatung Peter Stastny Mischung Othmar Eichinger Musik Arvo Pärt Produktionsleitung Josef Aichholzer Produktion Filmladen

Book and direction Ruth Beckermann Camera Nurith Aviv Camera assistance Claire Bailly du Bois Sound Josef Aichholzer, Reinhold Kaiser, Heinz Ebner Montage Gertraud Luschützky Text consulting Peter Stastny Mixing Othmar Eichinger Music Arvo Pärt Production leadership Josef Aichholzer Production Filmladen

[[en]]Prizes & Festivals[[de]]Preise & Festivals

Berlinale- Forum

Berlin 1987

BFI - Int. Film Festival

London 1987

Int. Filmfestival

New York 1987

Staatspreis für Filmkunst

Wien 1987

Berlinale- Forum

Berlin 1987

BFI - Int. Film Festival

London 1987

Int. Filmfestival

New York 1987

State award for Film

Wien 1987

[[en]]FROM THE DIRECTOR[[de]]VON DER REGISSEURIN

Ruth Beckermann

Es sollte auch um das Davor, das Danach, das Rundherum gehen. Deswegen haben wir die Kamera nie gleich abgeschaltet, weil das Interessante ja oft das ist, was nach dem – oberflächlich betrachtet – „Wichtigsten“ passiert.

Bei Die papierene Brücke hatte ich ganze Listen mit Wünschen, was passieren soll. Und dann gehen manche Wünsche in Erfüllung! Das Team ist mit einem Ford Transit und dem riesigen Equipment über Ungarn nach Rumänien gefahren, und in der ersten Einstellung, die wir dort gedreht haben, ist dieser Pferdewagen im Nebel. Das war ein Wunschbild von mir zu diesen Geschichten – und dann taucht es plötzlich auf der Straße vor dir auf: Stopp, stopp, stopp, Kamera herrichten! Wir haben das Stativ auf den Wagen getan, ich weiß nicht mehr wie – aber wenn das Wunschbild kommt, dann darfst du nicht zögern, du musst es nehmen. Was ich nicht mache: Ich schicke keine Aufnahmeleiter voraus, die mir einen Pferdewagen organisieren, das wär mir fad, das ist für mich nicht das Abenteuer des Dokumentarfilms.

Cinema should also be about the before, the after, and everything in between. That’s why we liked to keep the camera rolling at the end of a shot: the really interesting stuff often happens after the superficially “important” has taken place.


For Paper Bridge, I had long wish lists of what I hoped would happen, the people I wanted to meet, the landscapes I would see. And then these wishes came true! The crew drove through Hungary to Romania in a Ford Transit loaded with equipment, and the first shot we made was that horse carriage in the fog. This was one of the images I had dreamed of for these stories—and then it suddenly appeared on the road right in front of us: Stop, stop, stop—ready the camera! We set up the tripod on our car—I cannot even remember how we did it. But when the mental image you had conjured, appears right before your eyes, you must not hesitate, you have to take it. What I never do is send out a location scout to organize a horse carriage in advance and then wait and hope for fog—that’s boring and has nothing to do with the adventure of documentary film.

Ruth Beckermann

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[[en]]About Jewish Identity[[de]]Über jüdische Identität