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Nach Jerusalem

Towards Jerusalem

[[en]]( Austria 1991, 82 min / German / Subtitles: German, English )[[de]]( Österreich 1991, 82 min / Deutsch / Untertitel: Deutsch, Englisch )

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[[en]]( Austria 1991, 82 min / German / Subtitles: German, English )[[de]]( Österreich 1991, 82 min / Deutsch / Untertitel: Deutsch, Englisch )
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[[en]]What became of the dream of the Jewish homeland? A still relevant documentary road movie shot along the highway between Tel Aviv and Jerusalem. Trucks, gas stations, construction workers, soldiers, Russian immigrants, taxi drivers, security guards: encounters along a 60 kilometer stretch of road bounded by diverse landscapes and personal histories. Everyday reality still echoes with the centuries old longing for Jerusalem, for which there is no real place to be found.[[de]]Was ist aus dem Traum von einer jüdischen Heimat geworden? Ein immer noch aktuelles dokumentarisches Roadmovie entlang der Straße von Tel Aviv nach Jerusalem. Lastwagen, Tankstellen, Bauarbeiter, Soldaten, russische Einwanderer, Taxichauffeure, Sicherheitswachen. Begegnungen auf nur 60 Kilometern Straße mit unterschiedlichen Landschaften und persönlichen Geschichten. Durch die Alltagsrealität klingt die jahrhundertealte Sehnsucht nach dem Jerusalem herüber, für die es jedoch keinen realen Ort zu finden gibt.

[[en]]PRESS[[de]]PRESSE

Die angespannte Situation im Lande fließt vor allem über eine sorgfältig montierte Tonspur in die Bilder ein. Im Hintergrund hört man manchmal Flugzeuge und Schüsse. Ein palästinensischer Tankwart meint, hier in dieser Einöde sehe man nichts von dem, was wirklich passiere.

(Claus Philipp, Der Standard)

The country’s tense situation is conveyed above all by a carefully arranged soundtrack that merges with the images. In the background one sometimes hears airplanes and gunshots. A Palestinian gas station attendant claims that out here in this wasteland, you see nothing of what really happens.

(Claus Philipp, Der Standard)

Die angespannte Situation im Lande fließt vor allem über eine sorgfältig montierte Tonspur in die Bilder ein. Im Hintergrund hört man manchmal Flugzeuge und Schüsse. Ein palästinensischer Tankwart meint, hier in dieser Einöde sehe man nichts von dem, was wirklich passiere.

(Claus Philipp, Der Standard)

The country’s tense situation is conveyed above all by a carefully arranged soundtrack that merges with the images. In the background one sometimes hears airplanes and gunshots. A Palestinian gas station attendant claims that out here in this wasteland, you see nothing of what really happens.

(Claus Philipp, Der Standard)

Ruth Beckermann entdeckt viel Fremdes im vermeintlich Vertrauten. Im Film sagt ein Palästinenser zu ihr: „Ich sehe mit meinen Augen, du siehst mit deinen. Nicht alle sehen das Gleiche.“

(Oliver Rein, 1999)

Ruth Beckermann discovers much that is foreign in the supposedly familiar. At one point in the film, a Palestinian says to her: “I see with my eyes, you see with yours. Not everyone sees the same.”

(Oliver Rein, 1999)

Die angespannte Situation im Lande fließt vor allem über eine sorgfältig montierte Tonspur in die Bilder ein. Im Hintergrund hört man manchmal Flugzeuge und Schüsse. Ein palästinensischer Tankwart meint, hier in dieser Einöde sehe man nichts von dem, was wirklich passiere.

(Claus Philipp, Der Standard)

The country’s tense situation is conveyed above all by a carefully arranged soundtrack that merges with the images. In the background one sometimes hears airplanes and gunshots. A Palestinian gas station attendant claims that out here in this wasteland, you see nothing of what really happens.

(Claus Philipp, Der Standard)

Ruth Beckermann entdeckt viel Fremdes im vermeintlich Vertrauten. Im Film sagt ein Palästinenser zu ihr: „Ich sehe mit meinen Augen, du siehst mit deinen. Nicht alle sehen das Gleiche.“

(Oliver Rein, 1999)

Ruth Beckermann discovers much that is foreign in the supposedly familiar. At one point in the film, a Palestinian says to her: “I see with my eyes, you see with yours. Not everyone sees the same.”

(Oliver Rein, 1999)

Ruth Beckermanns Roadmovie nach Jerusalem geht durch die Zeiten und durch die Welten. In langen Einstellungen fängt sie das Unspektakuläre dichtgedrängt ein, sodass sich aus vermeintlichen Belanglosigkeiten, Off-Tönen, kleinen Gesprächen ein aussagekräftiges Gesamtbild von Israel anno 1990 ergibt.

(Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung)

Ruth Beckermann’s road movie towards Jerusalem passes through different times and worlds. Captured in long shots densely packed with the unspectacular, the result is a powerful overview of Israel in 1990 built out of the seemingly trivial, off-screen sounds, and everyday conversation. 

(Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung)

Die angespannte Situation im Lande fließt vor allem über eine sorgfältig montierte Tonspur in die Bilder ein. Im Hintergrund hört man manchmal Flugzeuge und Schüsse. Ein palästinensischer Tankwart meint, hier in dieser Einöde sehe man nichts von dem, was wirklich passiere.

(Claus Philipp, Der Standard)

The country’s tense situation is conveyed above all by a carefully arranged soundtrack that merges with the images. In the background one sometimes hears airplanes and gunshots. A Palestinian gas station attendant claims that out here in this wasteland, you see nothing of what really happens.

(Claus Philipp, Der Standard)

Ruth Beckermann entdeckt viel Fremdes im vermeintlich Vertrauten. Im Film sagt ein Palästinenser zu ihr: „Ich sehe mit meinen Augen, du siehst mit deinen. Nicht alle sehen das Gleiche.“

(Oliver Rein, 1999)

Ruth Beckermann discovers much that is foreign in the supposedly familiar. At one point in the film, a Palestinian says to her: “I see with my eyes, you see with yours. Not everyone sees the same.”

(Oliver Rein, 1999)

Ruth Beckermanns Roadmovie nach Jerusalem geht durch die Zeiten und durch die Welten. In langen Einstellungen fängt sie das Unspektakuläre dichtgedrängt ein, sodass sich aus vermeintlichen Belanglosigkeiten, Off-Tönen, kleinen Gesprächen ein aussagekräftiges Gesamtbild von Israel anno 1990 ergibt.

(Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung)

Ruth Beckermann’s road movie towards Jerusalem passes through different times and worlds. Captured in long shots densely packed with the unspectacular, the result is a powerful overview of Israel in 1990 built out of the seemingly trivial, off-screen sounds, and everyday conversation. 

(Eva-Elisabeth Fischer, Süddeutsche Zeitung)

Die Filmemacherin lässt sich treiben und ist nicht entschlossen, ihre Vorurteile bestätigen zu lassen; sie beschließt, sich einfach umzusehen und zuzuhören, unabhängig davon, was passieren könnte.

(Stefan Grissemann, 1999)

The filmmaker allows herself to drift and is not determined to have her biases confirmed; she sets out to look and listen, regardless of what might happen.

(Stefan Grissemann, 1999)

[[en]]GUEST COMMENTARY[[de]]GASTKOMMENTARE

Christa Blümlinger

Unterwegs nach Jerusalem eröffnen sich nicht nur vielfältige Landschaften, profane und religiöse Bauten, die in diesem Land oft von mehreren Seiten mythologisch besetzt sind, sondern auch unterschiedlichste Kulturen: Da sitzen in stoischer Ruhe Äthiopierinnen, deren mangelnde Fremdsprachenkenntnisse von ihren neuen Landsleuten befremdet wahrgenommen werden; da sind eben zugezogene russische Jüdinnen, die mit Überzeugung von der Stärke Israels erzählen.

Aus ihren Gesichtern spricht noch der Traum, den sie aus Osteuropa mitgenommen haben und an den Tschaikowskys Sérénade mélancolique als wiederkehrendes Motiv erinnert. Der Film muss unterwegs enden, weil der Sehnsuchtsort nicht mit dem realen Jerusalem übereinstimmen kann.

Bert Rebhandl

Aus der Beschäftigung mit „Zionismus als Utopie“ wurde 1990 der Reisefilm Nach Jerusalem. Das Land, das Ruth Beckermann dabei durchquert, kann man auch als eine Mazzesinsel bezeichnen, eine Szene in einer orthodoxen Bäckerei legt das ganz eindeutig nahe. Eine Frau, die aus der (damals noch) Sowjetunion eingewandert ist, zeigt sich überzeugt, „dass unser Staat gut sein wird“.

Für Beckermann, die 1970/71 nach der Matura ein Jahr lang in Tel Aviv studiert hatte, verbindet sich mit dieser Fahrt der Versuch, auf ihre Weise die Frage von Claude Lanzmann zu beantworten: „Warum Israel?“ Damit geht die persönliche Frage einher, warum sie selbst nicht in Israel lebt.

Christa Blümlinger

On the way to Jerusalem, it is not only the different landscapes, the secular and religious buildings, which in this country are often invested with several different mythological meanings, that reveal themselves, but also the different cultures: the proud Ethiopian women sitting with a stoical calm, their lack of Hebrew or other foreign languages a cause for irritation on the part of their new compatriots; newly-arrived Russian Jewish women who talk about Israel’s strength with conviction. Their faces reveal the dream they have taken with them from Eastern Europe, evoked as a repeated leitmotif by the strains of Tschaikovsky’s Sérénade mélancolique. The film ends, as it has to, before the journey ends, because the object of desire can never coincide with the real Jerusalem.

Bert Rebhandl

Out of the preoccupation with “Zionism as Utopia”, emerged the 1990 travel film Towards Jerusalem. The country Ruth Beckermann travels through can also be described, as a scene in an orthodox bakery clearly suggests, as a matzoh-island. A woman, who immigrated from what was then still the Soviet Union, confidently claims “that our nation will be a good one.”

For Beckermann, who in 1970/71 studied in Tel Aviv for one year, the trip is connected with the attempt to answer in her own way the question once posed by Claude Lanzmann: “Why Israel?” With that comes the personal question of why she herself does not live in Israel. 

Nach Jerusalem

Team

©
Ruth Beckermann
[[en]]Book and Direction[[de]]Buch und Regie
©
Nurith Aviv
[[en]]Camera[[de]]Kamera
©
Gertraud Luschützky
Montage
©

Buch und Regie Ruth Beckermann Kamera Nurith Aviv Kameraassistenz Claire Bailly du Bois Ton Jochai Mosche, Othmar Schmiederer Montage Gertraud Luschützky Mitarbeit Peter Stastny Mischung Johann Wiesinger Lichtbestimmung Stefan Rehák Sprecherin Niki Kunz Produktion Filmladen

Book and direction Ruth Beckermann Camera Nurith Aviv Camera assistance Claire Bailly du Bois Sound Jochai Mosche, Othmar Schmiederer Montage Gertraud Luschützky Coopoeration Peter Stastny Mixing Johann Wiesinger Light Stefan Rehák Voice Niki Kunz Production Filmladen

[[en]]Prizes & Festivals[[de]]Preise & Festivals

Berlinale

Berlin 1991

RDIM

Montréal 1991

Festival dei Popoli

Florenz 1991

Int. Film Festival

Jerusalem 1991

Berlinale

Berlin 1991

RDIM

Montréal 1991

Festival dei Popoli

Florence 1991

Int. Film Festival

Jerusalem 1991

[[en]]FROM THE DIRECTOR[[de]]VON DER REGISSEURIN

Ruth Beckermann

Die Herausforderung war, einen politischen Film zu machen, der die eingefahrenen Erwartungen ignoriert. Es ging mir nicht darum, die Fernsehbilder vom Steinewerfen und Schießen und Knochenbrechen, die wir täglich ins Haus geliefert bekommen und die natürlich auch ein Ausschnitt der Wahrheit sind, zu reproduzieren. Man sieht in dem Film niemanden, der Steine wirft, doch man hört immer wieder Flugzeuge und Schüsse. Vor allem durch die Ohren dringt diese Anspannung ein ...

Am Anfang dieses Filmprojekts stand für mich die Kindheitserinnerung an die blauweiße Spendenbüchse einer zionistischen Organisation, die in unserer Küche stand. Einmal in der Woche warf ich den Rest meines Taschengeldes hinein, um meinen Beitrag zum Aufbau – Landkauf, Bäumepflanzen etc. – meines Israel zu leisten. Jetzt wollte ich mir ansehen, was man mit meinem Taschengeld gemacht hat.

The challenge was to make a political film, which would ignore the established expectations. I was not concerned with reproducing images images of stones being thrown, gunshots and breaking bones brought to us by daily TV, but which essentially do contain an extract of the truth. In this film you never see stones being thrown, but you occasionally hear aeroplanes and shots. This tension enters predominantly through the ears…

A childhood memory of a blue and white collecting box, from a Zionist organisation, stood at the forefront of this film project. Once a week, I would put the remains of my pocket money into it, contributing to the development – buying land and trees etc. – of my Israel. Now, I wanted to go and see what they had done with my pocket money.

Ruth Beckermann

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