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( Österreich 2001, 84 min / Deutsch / Untertitel: Englisch )

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Die Marc-Aurel-Straße in Wien: Da sind der letzte jüdische Händler im ehemaligen Textilviertel, der iranische Hotelier, das Café Salzgries mit seinen Stammgästen. Ein Jahr lang unternahm Ruth Beckermann kleine Reisen vor die eigene Haustür und erkundete ihre Umgebung mit der Kamera. In die Alltagsbegegnungen brechen bald politische Vergangenheit und Gegenwart herein: Der Film ist auch ein Dokument der politischen Wende, die mit der Regierungsbeteiligung der extrem rechten FPÖ im Jahr 2000 eintrat.

PRESSE

Es ist wie am Dorf, jede/r kennt jede/n: den Gastronomen Kurt Kalb, die Lyrikerin Elfriede Gerstl, den Regisseur Franz Novotny, die Künstlerin Lisl Ponger, den Autor Franz Schuh. Zufällige, alltägliche Begegnungen, zugleich ein unwiederbringliches Dokument.

(Michael Omasta, Falter)

Es ist wie am Dorf, jede/r kennt jede/n: den Gastronomen Kurt Kalb, die Lyrikerin Elfriede Gerstl, den Regisseur Franz Novotny, die Künstlerin Lisl Ponger, den Autor Franz Schuh. Zufällige, alltägliche Begegnungen, zugleich ein unwiederbringliches Dokument.

(Michael Omasta, Falter)

Leicht ironisch plaudern die Menschen, die Beckermann zu Wort kommen lässt. Die schrillen Stimmen sind nicht zu vernehmen. Die Populisten des Ressentiments schwingen hier keine Reden. Wie es ihm gehe, fragt sie den Filmproduzenten Franz Novotny: „Wir sind dabei, dagegen zu sein“, antwortet er, „ indem wir im Kaffeehaus kleine Braune verzehren!“

(Doron Rabinovici, Die Presse)

Es ist wie am Dorf, jede/r kennt jede/n: den Gastronomen Kurt Kalb, die Lyrikerin Elfriede Gerstl, den Regisseur Franz Novotny, die Künstlerin Lisl Ponger, den Autor Franz Schuh. Zufällige, alltägliche Begegnungen, zugleich ein unwiederbringliches Dokument.

(Michael Omasta, Falter)

Leicht ironisch plaudern die Menschen, die Beckermann zu Wort kommen lässt. Die schrillen Stimmen sind nicht zu vernehmen. Die Populisten des Ressentiments schwingen hier keine Reden. Wie es ihm gehe, fragt sie den Filmproduzenten Franz Novotny: „Wir sind dabei, dagegen zu sein“, antwortet er, „ indem wir im Kaffeehaus kleine Braune verzehren!“

(Doron Rabinovici, Die Presse)

Die eindrucksvollste Szene des Films ist die Begegnung des alten Textilhändlers Doft mit einer Bekannten. „Fesch bist“, schmeichelt sie. Seine Geschwister seien viel fescher, wiegelt er charmant ab. Später erfährt man, dass er als einziger von seiner Familie Auschwitz überlebt hat.

(Verena Mayer, FAZ)

Es ist wie am Dorf, jede/r kennt jede/n: den Gastronomen Kurt Kalb, die Lyrikerin Elfriede Gerstl, den Regisseur Franz Novotny, die Künstlerin Lisl Ponger, den Autor Franz Schuh. Zufällige, alltägliche Begegnungen, zugleich ein unwiederbringliches Dokument.

(Michael Omasta, Falter)

Leicht ironisch plaudern die Menschen, die Beckermann zu Wort kommen lässt. Die schrillen Stimmen sind nicht zu vernehmen. Die Populisten des Ressentiments schwingen hier keine Reden. Wie es ihm gehe, fragt sie den Filmproduzenten Franz Novotny: „Wir sind dabei, dagegen zu sein“, antwortet er, „ indem wir im Kaffeehaus kleine Braune verzehren!“

(Doron Rabinovici, Die Presse)

Die eindrucksvollste Szene des Films ist die Begegnung des alten Textilhändlers Doft mit einer Bekannten. „Fesch bist“, schmeichelt sie. Seine Geschwister seien viel fescher, wiegelt er charmant ab. Später erfährt man, dass er als einziger von seiner Familie Auschwitz überlebt hat.

(Verena Mayer, FAZ)

Hier geben keine Repräsentanten von etwas Statements ab, sondern Menschen sprechen und erzählen. Gleichzeitig erspart uns Beckermann das anklagende Element, wenn die VP/FP-Regierung ihren Schatten bis ins Kaffeehaus wirft. Da wird dann nicht mit fetzigen Einsprengseln gearbeitet, sondern eine leise Skepsis spricht Bände.

(Claus Philipp, Der Standard)

GASTKOMMENTARE

Bert Rebhandl

Die Rede von einem „Dorf“ in der Stadt meint ja nichts anderes, als dass man (im Idealfall, wie Franz Schuh betont) zuerst einmal in einer überschaubaren Lebenswelt aufgehoben ist, in der ein Satz wie „Was mach’ ma zu Purim?“ ganz normal klingt, während er in Ottakring oder Döbling auch befremdlich erscheinen könnte.

Die Marc-Aurel-Straße mit dem Café Salzgries, mit seinen Zeitungsredaktionen, mit einem persischen Lokal und mit dem Textilgroßhandel von Adi Doft ist ein Mikrokosmos. Ruth Beckermann wohnt in dieser Straße, sie filmt also in diesem Fall das, was ihr täglich unterkommt, wenn sie aus dem Haus geht. (…) Andererseits haben die Leute eine Geschichte: Der Inhaber des persischen Restaurants gehört zu einer Familie, die im vorrevolutionären Iran unter dem Schah Reza Pahlewi eine hervorragende Position einnahm und deswegen ins Exil musste.

Die bedeutendste Figur aber ist der Textilgroßhändler Adolf Doft, dessen Biografie durch die Schoah geprägt ist. Er erzählt, dass seine Mutter von der Gestapo erschossen wurde. Er selbst war auch in den Lagern: „Auschwitz, Flossenbürg, Buchenwald, überall bin ich gewesen.“ Den Tod der Eltern und mehrerer Geschwister kann er „nie akzeptieren und nie verzeihen, nicht einmal Gott“. Andererseits glaubt er an eine ausgleichende Gerechtigkeit: „Die kriegen alles zurück.“ Das ist allerdings eine Frage der Zeit.

homemad(e)

Team

©
Ruth Beckermann
Buch und Regie
©
Nurith Aviv
Kamera
©
Peter Roehsler
Kamera
©
Gertraud Luschützky
Montage

Buch und Regie Ruth Beckermann Kamera Nurith Aviv, Ruth Beckermann, Peter Roehsler Ton Christina Kaindl-Hönig Montage Gertraud Luschützky, Dieter Pichler Mischung Hannes Eder Produktion Ruth Beckermann

Preise & Festivals

Berlinale Forum

Berlin 2001

Cinéma du Réel

Paris 2001

Diagonale

Graz 2001

Booz, Allan & Hamilton Preis

2001

VON DER REGISSEURIN

Ruth Beckermann

Es gehört zur Eigenheit vom Kaffeehaus, dass man dort sitzt und sich eben so inszeniert und präsentiert, wie man es für richtig hält, und keiner weiß, wie man wohnt, wie man lebt, mit wem man lebt. Es ist so ein Zwischending zwischen privat und fremd.

Es ging in homemad(e) darum, zu schauen, was Flanieren in Europa, eben in Wien, heißt. Das war für mich interessant, weil ich draufgekommen bin, dass man im Kaffeehaus, wenn man um sich blickt, lauter Sitzende sieht und sich nicht sehr viel bewegt. In Wien ist der Graben der einzige Ort, wo man draußen sitzt und den Leuten beim Spazierengehen zuschaut, also städtisches Leben beobachtet. Ganz anders als im Süden natürlich, aber auch ganz anders als in manch anderen europäischen Ländern. Solche Beobachtungen von gesellschaftlichem Leben interessieren mich.

Ich hab' hier schon als Kind gewohnt. Es war eine Straße, die damals tagsüber noch von den Textilläden belebt war. Es gab in jedem Haus ein bis zwei Textilgeschäfte in der Art wie das von Herrn Doft. Am Abend war die Straße völlig tot. Ich erinnere mich, dass ich mich immer gefürchtet habe, bei Dunkelheit nach Hause zu gehen. Jetzt ist es fast umgekehrt. Im Winter ist eigentlich nur am Abend etwas los, an der Stelle der Textilgeschäfte sind jetzt Lokale.

Ruth Beckermann

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